Beim 6. Bio-Rat versammelte sich die Bio-Bewegung Österreichs, um ein Thema von zentraler Bedeutung zu beleuchten: die Kostenwahrheit biologischer Produkte und ihre Rolle in der öffentlichen Beschaffung. Diese Frage bewegt nicht nur KonsumentInnen, sondern ist auch entscheidend für die Zukunft der nachhaltigen Ernährung und der öffentlichen Versorgung.
Dank der engen Zusammenarbeit zwischen der ARGE NahtürlichBIO und ETÖ (Enkeltaugliches Österreich) wurde ein wichtiger Schritt gesetzt. Ein Schritt, um die langfristigen Vorteile von Bio-Regionalität stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und eine gesetzliche Verankerung voranzutreiben.
Der 6. Bio-Rat: Wissenschaft und Praxis vereint
Unter der Leitung von ExpertInnen wie Prof. Hans Zaller und Prof. Helga Kromp-Kolb (BOKU) sowie dem politischen Berater Dr. Martin Schiefer wurde diskutiert, wie biologische Produkte durch eine transparente Kostenwahrheit gestärkt werden können. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Bio nicht teurer ist, wenn langfristige Folgekosten wie Trinkwasseraufbereitung oder Bodenerosion mitberücksichtigt werden.
Die ARGE NahtürlichBIO brachte die Perspektive und Erfahrung führender Bio-Bauern ein, während ETÖ wissenschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen beleuchtete. Gemeinsam sollen Strategien entwickelt werden, um die öffentliche Beschaffung nachhaltig und enkeltauglich zu gestalten.
Konkrete Ergebnisse und nächste Schritte
- Studienarbeit: Die ETÖ plant begleitende Studien, um die wirtschaftlichen Vorteile von Bio-Produkten noch klarer darzustellen.
- NaBe-Aktionsplan: Es wird an einer Neugestaltung gearbeitet, um eine verbindliche Bio-Quote für die öffentliche Beschaffung gesetzlich zu verankern.
- Zukunftspläne: Der nächste Bio-Rat ist bereits für März 2025 im Retter Bio Natur Resort geplant, um weitere Meilensteine für eine nachhaltige Zukunft zu setzen.
Die Botschaft ist klar: Kostenwahrheit im Bewusstsein verankern
Der 6. Bio-Rat hat eindrucksvoll gezeigt, dass die Kostenwahrheit eine zentrale Rolle spielt, um den gesellschaftlichen Mehrwert von Bio-Regionalität sichtbar zu machen. Bio ist nicht nur eine Frage des Preises, sondern eine Investition in die Zukunft – für gesunde Böden, sauberes Wasser und kommende Generationen.
Echte Kostenwahrheit bedeutet, dass die versteckten Umwelt- und Sozialkosten konventioneller Landwirtschaft in die Preisgestaltung einfließen müssen. Denn der billige Preis für konventionelle Produkte hat einen Preis, den wir alle nicht sehen können und auch nicht bezahlen. Wie zum Beispiel Bodenverschlechterung, Wasserbelastung durch Pestizide oder der Verlust der Biodiversität. Während Bio-Landwirtschaft aktiv zur Lösung dieser Probleme beiträgt, bleibt konventionell erzeugte Nahrung oft künstlich günstig, weil Umweltfolgekosten von der Allgemeinheit getragen werden. Eine faire Bepreisung müsste diese externen Kosten einbeziehen und Bio-Produkte entsprechend günstiger erscheinen lassen.
Daher sind politische Maßnahmen entscheidend. Wie zum Beispiel die Umlenkung von Subventionen. Eine verursachergerechte Besteuerung umweltschädlicher Praktiken. Und eine transparente Kennzeichnung der ökologischen und sozialen Auswirkungen. KonsumentInnen sollten nicht nur den Endpreis im Supermarkt sehen, sondern auch, welchen langfristigen Preis die Gesellschaft für verschiedene Produktionsweisen zahlt. Nur so kann sich ein Markt entwickeln, der Nachhaltigkeit belohnt und die Weichen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft stellt.